Fotoshootings und deren Ablauf
Da mich immer wieder E-Mails mit der Frage erreichen “Wie läuft so ein Fotoshooting eigentlich ab?”, möchte ich auf dieser Seite etwas genauer darauf eingehen und dabei auch unterschiedliche Arbeitsweisen (bekanntlich führen viele Weg nach Rom) erläutern.
Sicherlich ist der erste Weg zu einem Fotoshooting die Kontaktaufnahme, doch selbst dabei gibt es scheinbar große Unterschiede. Angefangen von netten Zweizeilern
Hey, tolle Fotos…
Lust auf ein Shooting?
bis hin zu ausführlichen Bewerbungen.
Hallo Maik,
Deine Arbeiten gefallen mir sehr gut. Da mir schon viele Freunde geraten haben mich als Foto-Model zu versuchen und ich hierfür auch eine objektive und professionelle Einschätzung von jemandem benötige, würde ich mich hiermit gern bei Dir um ein Fotoshooting bewerben. Mein Name ist Bianca, bin 19 Jahre jung und wohne im Zentrum von Dresden, bin 175cm groß (…)
Wobei die letztere Shootinganfrage doch eher Interesse weckt und von einer gewissen Wertschätzung seines “Gegenübers” zeugt.
Was nicht heißen soll, dass ich einer von der Sorte “gänzlich verbohrt” wäre — ganz im Gegenteil. Ich mag ganz sicher keine staubtrockenen und bierernsten Shootings. Die Kombination aus Ernsthaftigkeit, Konzentration, professioneller Arbeitsweise und einer lockeren, gelösten Atmosphäre sind wohl das Geheimnis schöner Ergebnisse.
Shooting-Vorbereitung
In aller Regel kenne ich meine Modelle bereits ein wenig oder konnte mir zumindest meist vorher ein Bild von ihnen machen — da sie entweder eine eigene Homepage oder zumindest eine Sedcard auf einschlägigen Plattformen oder bei Agenturen besitzen. Sofern bei Shootinganfragen keine Sedcard-Adresse oder Homepage angegeben wird, werde ich sicher im weiteren Verlauf unserer Kommunikation nach Bildmaterial / Fotos fragen (Portrait, Ganzkörper-Fashion-Aufnahme oder Bikini) um mir vorab auch ein Bild machen zu können.
Da ich im Vorfeld sehr viele Ideen entwerfe, an welchen Sets und Locations ich meine Modelle ihrer Persönlichkeit und ihrem Erscheinungsbild am vorteilhaftesten zur Geltung bringen kann, ist dieser Schritt unabdingbar.
Sollte das ein Problem darstellen, so bitte ich darum von einer Shootinganfrage abzusehen.
Auch biete ich gern ein persönliches Vorgespräch (sofern sich das von der Entfernung einrichten lässt) oder auch Telefonat(e) an. Da Fotografie auch eine Vertrauensfrage ist, ist es mir wichtig, dass auch die “Chemie” stimmt. Das mag bei Auftragsarbeiten für Kunden sicherlich zweitrangig sein — bei üblichen Shootings betrachte ich das jedoch als ein gesundes Grundgerüst.
Selbstverständlich wirst du bei sämtlichen Ideen und Gedanken rund um das gemeinsame Fotoshooting mit eingebunden — schließlich sollen auch die Ergebnisse entstehen, welche du dir wünscht und mit denen du dich identifizieren kannst. So werden wir im Vorfeld gemeinsam auch über evtl. von dir mitgebrachte Bilder / Bildideen, mögliche Outfits sprechen, sozusagen auch deinen Kleiderschrank “auseinander nehmen”. Die letztendliche Zusammenstellung der passenden Kleidungsstücke findet dann direkt am Set / im Fotostudio / an der Location statt.
Was ich nicht entwickle sind komplette Bildideen.
Die Erfahrung zeigte mir, dass es fast unmöglich ist im Vorfeld “detaillierte Bilder” zu entwerfen und diese dann auf den Millimeter genau umzusetzen. Da sich jeder Mensch vor der Kamera anders bewegt als auch gibt, nicht jede Pose zu jedem Menschen passt und auch sonst noch jede Menge Faktoren mit hineinspielen, entwerfe ich vor dem Shooting Grundgerüste an Bildern. Die detaillierten Ideen entwickeln sich dann beim Shootings selbst.
Ein Shooting heißt geben und nehmen.
Da du am Tag des Shootings sicher einen gut vorbereiteten, netten und bestens gelaunten Fotografen erwartest, werde ich sicher auch ein paar Erwartungen an dich als Model stellen. Um dir allerdings etwas die Angst zu nehmen sei dir versichert, dass sich diese in Grenzen halten.
- Du bist ausgeschlafen, munter, frivol und gut gelaunt
- Du hast keine durchzechte Nacht bis früh morgens halb 6 hinter dir
- Deine Haare / Fingernägel sind soweit vorbereitet
- Sofern keine Visagistik gewünscht wurde, kannst du dich selbstständig schminken
Das war´s eigentlich auch schon.
Klingt doch recht human, oder?
Der Tag des Shootings
Juhu, es kann losgehen.
Je nach Absprache treffen wir uns am Tag deines Fotoshootings wahlweise direkt im Fotostudio oder an der ausgesuchten Location und sprechen noch einmal rechtliche Aspekte wie Bildrechte und –nutzung durch, auch wird das Model-Release (welches deine Rechte als Model als auch meine als Fotograf / Bildurheber in Einklang bringt — Shoote niemals ohne etwas Vertragliches geregelt zu haben!) vor den Aufnahmen unterzeichnet.
Ist dies erledigt, kann es auch schon losgehen, in dem wir deine mitgebrachten Outfits sowie Accessoires durchsprechen und diese für die Aufnahmen passend zur Location und gewünschten Bild-Stil zusammenstellen. Sofern eine Visagistin hinzugebucht oder mitgebracht wurde, wird sie dich vor den Aufnahmen entsprechend stylen.
Bei meinen Fotoshootings habe ich es mir angewöhnt, meinen Modellen jede Bildidee im Vorfeld zu erklären und das gewünschte Ergebnis zu verdeutlichen. Auch gehe ich dabei auf Posen und Mimik ein und korrigiere diese mit dir gemeinsam — gebe dir also auch Tipps und Tricks mit auf den Weg wie du dich bestmöglich auf Fotos zur Geltung bringen kannst. Dabei gehört es für mich ebenfalls dazu, dass ich dir bereits gemachte Aufnahmen immer wieder zeige als auch Unterschiede (vorher / nachher bei Korrekturen) aufzeige.
Das mag nicht selbstverständlich sein — für mich gehört es zum gemeinsamen Fotoshooting dazu.
Nachbesprechung & Bildauswahl
Wie ich ja bereits in der Einleitung anklingen lassen habe, gibt es hier wohl die verschiedensten Arbeitsweisen und Praktiken. Nach dem Shooting gehen wir sämtliche Aufnahmen noch einmal durch und besprechen auch welche besonders gelungen und vorteilhaft sind.
Bei eigenen Projekten und Shootings auf TFP-Basis wird es in der Regel kein Mitspracherecht bei der Bildauswahl geben, allerdings bestätigen Ausnahmen ja bekanntlich die Regel.
Bei bezahlten Shootings übernehmen wir die Bildauswahl der zu bearbeitenden Fotos gemeinsam, gebe dir hierzu auch meine Einschätzung falls ich den Eindruck habe, dass ein ausgewähltes Bild dich nicht optimal zeigt.
Worauf wartest du?
Wie du siehst gehört zu einem Shooting zwar eine Menge Vorbereitung und Arbeit für Model und Fotograf dazu, doch alles in allem gibt es nichts wovor man “Angst” oder Nervenflattern bekommen müsste. Sollten dich diese Zeilen überzeugt haben dich auch einmal vor der Kamera probieren zu wollen oder du auch einmal schöne Fotos von Wonco Photography haben möchtest, so freue ich mich über deine Kontaktaufnahme oder ganz unverbindliche Shootinganfrage.








